6. März 2026
Der Grosse Rat will PV-Winterstrom fördern
Der Grosse Rat hat am Donnerstag eine Motion von Jan Remund, Tabea Bossard-Jenni und weiteren Mitunterzeichnenden einstimmig angenommen. Die Motion fordert den Regierungsrat auf, Grundlagen zu erarbeiten, die eine spezielle Förderung der Winterstromproduktion mit PV ermöglichen. Zugleich sollen die administrativen Hürden bei der Realisierung von PV-Fassadenanlagen so niedrig wie möglich gehalten werden.
«Dass PV im Winter kein Strom liefert, ist einer der falschen Mythen. Gerade in erhöhten Lagen oder an Fassaden kann auch im Winterhalbjahr viel Strom erzeugt werden.» Damit begründete Jan Remund die Forderung seiner Motion «Förderung der Winterstromproduktion mit PV», die der Grosse Rat am Donnerstag behandelt hat.
Das Potenzial für Fassadenanlagen ist tatsächlich sehr gross: es wird landesweit auf 17 TWh pro Jahr geschätzt, was mehr als einem Viertel des heutigen Strombedarfs der Schweiz entspricht. Fassadenanlagen und Freiflächenanlagen in erhöhten Lagen mit hohen Neigungswinkeln bieten zudem gleich zwei entscheidende Vorteile. Erstens liefern sie im Vergleich zu Dachanlagen während des Winterhalbjahres viel Strom und zweitens verstärken sie in den Sommermonaten die Produktionsspitzen über Mittag nicht noch zusätzlich. Dadurch werden die die Stromnetze während jener Tageszeit, in der Dachanlagen ihre Höchstleistungen bringen, nicht zusätzlich belastet.
Der erste Teil der Motion, die den Regierungsrat auffordert, Grundlagen für die spezielle Förderung Winterstromproduktion mit Photovoltaik zu ermöglichen, wurde vom Grossen Rat einstimmig als Postulat überwiesen. Der Regierungsrat hat nun zwei Jahre Zeit, um in einem Bericht aufzuzeigen, wie eine solche Förderung aussehen könnte. Beispiele, wie eine solche Förderung funktionieren kann, gibt es bereits in verschiedenen anderen Kantonen (GR, GL, OW, UR).
Der zweite Teil, der den Regierungsrat auffordert, seinen gesetzlichen Spielraum maximal auszunutzen, um Fassadenanlagen und Anlagen mit hohem Neigungswinkel möglichst unbürokratisch zu ermöglichen, wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Der Regierungsrat muss nun innerhalb der nächsten zwei Jahre eine entsprechende Richtlinie ausarbeiten.
Link zum Vorstoss auf der Webseite des Grossen Rates.
Weitere Informationen
Jan Remund, Vorstand der aeesuisse Bern I 079 917 15 29