10. Juni 2026
Windenergie: Der Grosse Rat will mehr Tempo beim Ausbau
Der Grosse Rat hat am 9. Juni die Motion zur Beschleunigung der Windenergieplanung im Kanton Bern von Jan Remund, Tabea Bossard- Jenni, Simon Ryser und weiteren Mitunterzeichnenden in allen Punkten angenommen. Die aeesuisse Bern begrüsst diesen Entscheid ausdrücklich. Mit der Motion erhält der Regierungsrat den Auftrag, die kantonale Windenergieplanung zu stärken und die Voraussetzungen für einen rascheren Ausbau der Windenergie zu schaffen.
Die Windenergie ist ein wichtiger Baustein für eine sichere und erneuerbare Stromversorgung. Ihr Produktionsprofil ergänzt die Photovoltaik und Wasserkraft ideal: Rund zwei Drittel der Stromproduktion fallen in den Wintermonaten an, wenn der Stromverbrauch besonders hoch ist. Damit leistet die Windenergie einen wichtigen Beitrag zur Versorgungssicherheit.
Gleichzeitig kommt der Ausbau im Kanton Bern bisher nur langsam voran. Gemäss Energiestrategie des Kantons soll die Windenergie bis 2035 jährlich 600 GWh Strom liefern, bis 2050 sogar 2’300 GWh. Heute liegt die Produktion bei rund 120 GWh pro Jahr. Um die gesetzten Ziele zu erreichen, braucht es zusätzliche Projekte und vor allem effizientere Planungs- und Bewilligungsverfahren.
Genau hier setzt die angenommene Motion an. Der Regierungsrat wird beauftragt, die Verantwortung für die gesamtkantonale Windenergieplanung zu übernehmen, die Richtplanung Windenergie rasch voranzutreiben und eine zentrale Anlaufstelle innerhalb der Verwaltung zu schaffen. Zudem soll geprüft werden, ob für Windenergieprojekte von nationaler Bedeutung kantonale Sondernutzungsplanungen zweckmässig sind.
Aus Sicht der aeesuisse Bern ist dies ein wichtiger und längst überfälliger Schritt. Andere Kantone haben ihre Windenergieplanung bereits auf kantonaler Ebene gebündelt und damit die Voraussetzungen für eine koordiniertere und schnellere Umsetzung geschaffen.
Mit der Annahme der Motion setzt der Grosse Rat ein klares energiepolitisches Signal. Wenn der Kanton Bern seine Ausbauziele erreichen und einen wirksamen Beitrag zur Versorgungssicherheit leisten will, müssen die planerischen Grundlagen jetzt geschaffen werden.
Weitere Informationen zum Vorstoss finden Sie auf der Webseite des Grossen Rates.